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Dienstag, 28. Februar 2012, 22:54

Auf Wunsch mein 500l Barschbecken

So, mal ein kleiner Guide mit Eckdaten für alle Leute die versuchen Pfauenaugen zu züchten oder zu halten.
Vorab, die Fische werden oft angeboten in Zooläden. Aber dann in einer Größe von 5-10cm. Ausgwewachsen können die Tiere bis 30cm werden. Je nach Zuchtform!!! Zudem werden die Tiere, bei richtiger Haltung, locker 13 Jahre alt. Also eine dauerhafte Unterkunft sollte gesichert sein. Ältere Tiere wird man sehr schlecht los. Unbedingt vorher informieren!

Die Fische fressen wirklich alles was ins Maul passt. Selbst größere Fische werden in Brutstimmung trotzdem angegriffen! Für mich eigentlich unverantwortlich solche Fische ohne Hinweis zu verkaufen!

Die Tiere habe ich jetzt gut 10 Jahre und sind die einzigen Bewohner des 500l Becken. Ein baldiger Umzug steht an, in ein 800l Becken.

- Einrichtung: Die Barsche drehen so gut wie alles um. Beplanzung hat sich bis jetzt nichts gehalten. Alles wird umgedreht und durchwühlt. Wichtig ist sehr viel Kies. Die Fische buddeln ein Loch (ca. 20cm im Durchmesser) für die Eier und Pflegen in den ersten Tagen die Jungen auch dort. Ich habe beobachtet, alles was sich in einem halben Meter im Umkreis an Objekten befindet wird angegriffen oder weggeschoben (Steine). Bei mir frisst das Weibchen während der Brutpflege überhaupt nicht. Warum auch immer!

- Wasser: Ich habe hinter das Auqarium ein zweites Becken was als Filter dient. Es ist ein 200l Becken und in zwei Bereiche unterteilt. Der erste Bereich ist voll mit Wasserpest. (Im eigentlichem Becken werden alle Pflanzen sofort gefressen), In der zweiten Kammer befindet sich erst grobe Filterwatte und dann immer etwas feiner. Ganz am Ende befindet sich eine einfache Pumpe. 500l pro Stunde werden umgewälzt.
Wassertemperatur halte ich penibel auf 28°C. Erst ab da fängt das Weibchen an die Eier zu legen. Bis jetzt immer nachts.
Zusätlich verwende ich einen Sauerstoffstein. Die Fische benötigen bei der Größe sehr viel Sauerstoff und produzieren natürlich auch sehr viel Schadstoffe!

- Futter: Gefüttert wird mit lebenden Goldfischen, Rinderherz, Maden, Regenwürmer, Mehlwürmer (selten weil sie sehr viel Eiweiß enthalten), Fliegen, Motten, und hin und wieder etwas Blattsalat.
Mückenlarven bieten sich nicht so gut an. Bei der Größe der Fische und ihrer wilden Art verteilen sie das meiste Futter nur im Becken und das Wasser kippt sehr schnell um. Achtung: Bei dieser sehr fleischigen Aufzucht werden die Tiere anderen Tieren sehr agressiv. Das Gemüt wird durch Trockenfutter beruhigt, was aber nicht wirklich gut ist. Es sollte immer ein gepolsteter Deckel auf dem Becken sein. Bei der Fütterung springen die Fische gerne. Nach einiger Zeit sogar schon, wenn die Tiere mich sehen. Als ob sie mir entegen springen wollen!

- Zucht: Die Tiere haben einen ausgeprägten Charakter und sind sehr wählerisch. Ich hatte zuerst 5 Weibchen (alle 6cm gro) und 2 Männchen, ebenfalls 6cm, im Becken. Nach einem Jahr habe ich das dominante Mänchen und 3 Weibchen behalten! Keine 2 Monate später war das Männchen immer mit einem Weibchen zusammen und hat die anderen Weibchen vertrieben. So hatte ich mein Paar. Schneller kann man sich ein zuchtreifes Paar auch bei einem Züchter kaufen. Wenn sich denn endlich ein Paar gefunden hat kann es beginnen. Die Fische waren zu dem Zeitpunkt aber schon 20cm groß. Die Temperatur halte ich, wie oben beschrieben, auf 28°C. Alles unter der Temperatur legen die Tiere keine Eier.
Nicht aufgeben bei den ersten Versuchen, meine Fische brauchten auch 3 Anläufe bis die ersten Jungen aufgezogen werden. Dies ist laut anderen Züchtern ganz normal, da die FIsche erstmal "üben" müssen!

Das Weibchen betreibt meiner Ansicht nach intensiver die Brutpflege. Laut Internet sollen beide Elterntiere dies machen, kann ich aber nicht bestätigen. Wenn die Jungen geschlüpft sind, habe ich 4 Tage die Jungfische bei den Eltern gelassen. Alles was länger war, haben die Eltern die Jungfische über Nacht gefressen. Also habe ich die Jungfische am 3ten Tag mit einem Mückennetz gefangen und alleine in ein 200l Becken ohne Filter und nur mit Sauerstoffstein sowie Heizung (25°C) gehalten.
Der Filter blieb weg....naja kleiner Fisch starker Filter....man kann es sich schon denken.
Gefüttert wurden die kleinen Fische mit lebendigen Salinkrebsen. Eine Anleitung für Unwissende findet man hier, finde ich sehr gut beschrieben wie die Krebse aufgezogen werden. http://www.mein-aquarium.com/tipps/futte…rebse-zucht.php

Mit 3-4 Monaten habe ich die Kleinen mit Mückenlarven und leicht gemahlenes Trockenfutter aufgezogen.

Das war auch schon alles. Und damit ihr seht, um wen es hier geht. Ein paar Bilder dazu. Der gemusterte Fisch ist das Weibchen:






PS: Wer schon im SeaLife Hannover oder im Tropenaquarium Hamburg war, dies sind alles Jungtiere von mir. Das Alter liegt mittlerweile von 4-7 Jahren.

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Dienstag, 28. Februar 2012, 23:02

Moin,
danke für die ausführliche Beschreibung, das liest sich sehr interessant. Ich war bereits einige Male im Tropenaquarium in Hamburg, beim nächsten Mal achte ich noch ein wenig genauer auf alle Fische dort :)

Das sind auf jeden Fall mal große Barsche, richtige Klopper!
Viele Grüße
Philipp
~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~
450l Malawibecken
160l Becken (im Aufbau, HMF)
140l Südamerikabecken
120l Becken (im Aufbau, HMF)
54l Quarantänebecken (HMF)
30l Garnelenbecken (HMF)
Gartenteich
~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~
"Wenn man sich um das Wasser kümmert, kümmern sich die Fische um sich selber."

3

Dienstag, 28. Februar 2012, 23:05

Gleich das erste Aquarium wo auch die Würgeschlange drin ist! ;)

4

Dienstag, 28. Februar 2012, 23:25

Moin,
schaue ich mir beim nächsten Mal genauer an ;)
Und wenn ich da hin fahr, kann ich ja gleich mal Bilder machen. Mal gucken wann ich mal nen freien Nachmittag hab...

Viele Grüße
Philipp
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140l Südamerikabecken
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